Es gibt eine Reihe von Gründen, warum man Hedgefonds einem Portfolio ansonsten traditioneller Investitionen hinzufügen sollte. Der meistgenannte Grund sie jedem beliebigen Portfolio hinzuzufügen ist ihre Fähigkeit, Risiken zu reduzieren und die Diversifizierung zu erhöhen. Viele Hedgefonds setzen sich absolute Renditeziele, wobei die Renditen nur geringfügig mit dem Aktienmarkt korrelieren. In einem solchen Fall stellen Hedgefonds ein großartiges Werkzeug zur Diversifizierung dar, vor allem in Zeiten großer Marktschwankungen und/oder geradezu pessimistischen Märkten.

Risikominderung

In jedem Fall erhöht ein Hedgefonds mit stabilen Renditen die Stabilität eines Portfolios, wenn traditionelle Anlagen underperformen oder bestenfalls höchst unberechenbar sind. Es gibt viele Hedgefonds-Anlagestrategien die attraktive Renditen erzielen, die fast die Qualität eines festen Einkommens erreichen. Der Unterschied zwischen einem Hedgefonds und traditionellem festen Einkommen ist allerdings, dass in Zeiten niedriger Zinssätze ein festes Einkommen zwar stabile Renditen erzielen mag, diese aber in der Regel sehr niedrig sind und mitunter nicht einmal die Inflation ausgleichen.

Hedgefonds wiederum können ihre flexibleren Mandate und Kreativität nutzen, um Renditen von Anleihequalität zu erzielen, die dauerhafter über der Inflationsrate liegen. Der Nachteil ist hierbei, wie bereits erwähnt, dass Hedgefonds einige Bedingungen haben, welche die Liquidität einschränken und schwer durchschaubar sind. Folglich kann ein aufmerksam analysierter Hedgefonds ein guter Weg der Risikominderung für ein Portfolio sein, wobei man unbedingt immer die notwendige Vorsicht walten lassen sollte.

Renditesteigerung

Der andere Hauptgrund seinem Portfolio Hedgefonds hinzuzufügen ist die Fähigkeit einiger Hedgefonds, die allgemeinen Renditen eines Portfolios zu steigern. Dieses Ziel kann auf zwei Arten angegangen werden. Der Erste ist, bei einem risikoarmen Portfolio zu bleiben aber überdies zu versuchen, durch die Kombination mit einem schwankungsarmen Hedgefonds einige zusätzliche Renditen herauszuholen, wie bereits im vorangegangenen Abschnitt beschrieben. Indem man eine Hedgefondsstrategie hinzunimmt, die eine ansonsten verschwindend kleine Dividende des festen Einkommens ausgleicht, kann man die Rendite eines Portfolios leicht erhöhen, ohne dabei die Volatilität zu steigern.

Der zweite, weitaus spannendere, Weg ist einen Hedgefonds mit einer hohen Dividende-Strategie hinzuzunehmen, um die Gesamtrendite hochzutreiben. Einige Anlagestrategien wie Global Macro oder Commodity Trading Advisors können mitunter sehr hohe Renditen generieren. Diese Fonds nehmen generell direktionale Positionen auf Grundlage ihrer Vorhersagen zukünftiger Preise für Aktien, Anleihen, Währungen und/oder Rohstoffe ein und können zudem unter Nutzung derivativer Instrumente investieren. Doch als Anleger sollte man nicht unterschätzen, dass obwohl diese Strategien nicht direkt mit traditionellen Investments verbunden sind, sie oftmals doch ein hohes Maß an Volatilität zeigen. Das Ergebnis kann bei einer richtigen Verteilung ein netter Renditesprung ohne eine gleichwertige Zunahme der Portfolio-Volatilität sein.

Allokationsüberlegungen

Man sollte das Hinzufügen von Hedgefonds zu einem Portfolio allerdings nicht zu leicht nehmen. Selbst ein Hedgefonds mit geringer Volatilität kann explodieren, wie 2007 zu beobachten war, als der Subprime-Hypothekenmarkt austrocknete und selbst planmäßig bediente Sicherheiten nahezu komplett abgeschrieben wurden, als Investoren aus Angst vor Zwangsversteigerungen ihre eigenen Preise nach unten trieben.

Die Allokation zu Hedgefonds sollte die generellen Risiko-/Renditeziele des Portfolios berücksichtigen und es sollte eine umfassende Analyse durchgeführt werden um festzustellen, ob und wie ein bestimmter Hedgefonds in den Anlagemix passt. Ein Portfoliomanager sollte nicht nur die Gewichtung einer bestimmten Investition im Blick haben, sondern auch die Konzentrationstendenz im gesamten Portfolio und die Korrelation jeder Position im Verhältnis zur jeweils anderen beachten. In einem sehr konzentrierten Portfolio ist es beispielsweise sogar noch wichtiger, dass jede Position weniger stark mit den anderen verbunden ist. Zusätzlich muss sichergestellt werden, dass Positionen keine ähnlichen Performancetreiber haben.

Eine weiterer zu bedenkender Faktor wenn man einem Portfolio Hedgefonds hinzufügt, ist das Ausmaß der Brutto-/Netto-Exponierung des gesamten Portfolios. Bei traditionellen Investments werden Brutto- und Netto-Exponierung beispielsweise immer gleich groß sein und niemals 100% übersteigen, es sei denn, das Portfolio fügt seinen Positionen sein eigenes Fremdkapital hinzu. Bei Hedgefonds setzen allerdings viele von ihnen Fremdkapital ein und in vielen Fällen wird deren Netto-Exponierung von ihren lang- und kurzfristigen Positionen beeinflusst.

Daher wird eine größere Allokation hin zu Hedgefonds auf direkte Weise die gesamte Exponierung eines kompletten Portfolios beeinflussen. Um einen stark mit Fremdkapital finanzierten Fonds als Beispiel zu nehmen, stelle man sich eine 10%-Position in einem 10-fach gehebelten Fonds vor. Wenn alle anderen Portfoliopositionen eine Exponierung von 100% beibehalten, würde die Hinzunahme eines 10-fach gehebelten Fonds die Gesamtexponierung des kompletten Portfolios auf 190% steigern. Die Folgen einer solchen Veränderung können, abhängig von der seitens des Hedgefonds verfolgten Strategie, dramatisch sein.

Zusammenfassung

Hedgefonds haben definitiv ihren Platz in Portfolios, sowohl zur Renditesteigerung als auch zur Diversifizierung. Sie haben allerdings auch einige Nachteile, die im Rahmen der Zusammenstellung des Portfolios ernsthaft erwogen werden sollten, doch gewissenhaft ausgewählte Hedgefonds oder sogar Hedgefond-artige Anlagestrategien sind eine großartige Ergänzung eines jeden Portfolios.

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