Ein Terminkontrakt ist eine Art derivatives Instrument, oder Finanzkontrakt, bei dem zwei Parteien sich über die Transaktion einer Reihe finanzieller Instrumente oder physischer Güter an einem zukünftigen Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis einigen. Wenn man einen Terminkontrakt erwirbt, stimmt man letztendlich dem Kauf von etwas zu einem vereinbarten Preis zu, was der Verkäufer noch nicht produziert hat.

Doch am Terminmarkt teilzunehmen bedeutet nicht notwendigerweise, dass man für Empfang oder Lieferung großer Mengen physischer Rohstoffe verantwortlich sein wird – man sollte nicht vergessen, dass Käufer und Verkäufer am Terminmarkt vor allem Terminkontrakte abschließen, um Risiken abzusichern oder zu spekulieren, anstatt tatsächlich physische Güter auszutauschen (was die Hauptaktivität des Geld-/Spotmarktes ist). Aus diesem Grund werden Futures nicht nur von Produzenten oder Konsumenten als Finanzinstrumente genutzt, sondern auch von Spekulanten. Der Konsens in der Welt der Anleger besteht darin, dass der Terminmarkt eine wichtige Finanzdrehscheibe ist, die als Ventil für scharfen Wettbewerb zwischen Käufern und Verkäufer dient und vor allem ein Zentrum zum Management von Preisrisiken darstellt. Der Futures-Markt ist von Haus aus äußerst liquide, riskant und komplex, kann aber verstanden werden, wenn man sich seine Funktionsweise genauer anschaut.

Während Termingeschäfte nichts für risikoscheue Anleger sind, können sie für eine ganze Reihe an Leuten auch sehr nützlich sein. In diesem Tutorial wird man lernen wie der Terminmarkt funktioniert, wer Futures nutzt und welche Strategien man anwenden kann, um ein erfolgreicher Händler auf dem Terminmarkt zu werden.

So funktioniert der Markt

Der Terminmarkt ist ein zentraler Marktplatz für Käufer und Verkäufer auf der ganzen Welt, die sich dort treffen und miteinander Terminkontrakte eingehen. Die Preisbildung kann über ein offenes Angebotssystem erfolgen, oder Angebot und Nachfrage werden elektronisch zusammengebracht. Im Terminkontrakt werden der zu zahlende Preis und das Lieferdatum festgehalten. Aber keine Sorge, wie bereits erwähnt enden die meisten Futures-Kontrakte ohne die tatsächliche physische Auslieferung der Ware.

Was genau ist ein Terminkontrakt?

Nehmen wir einmal an, man entschließt sich zum Abonnement von Kabelfernsehen. Als Käufer schließt man eine Übereinkunft mit der Kabelgesellschaft über den Empfang einer bestimmten Anzahl von Kabelkanälen zu einem bestimmten monatlichen Preis über das kommende Jahr. Dieser mit einer Kabelgesellschaft abgeschlossene ähnelt einem Terminkontrakt insofern, als dass sich auf den Erhalt eines Produktes zu einem zukünftigen Zeitpunkt geeinigt hat, wobei Preis und Bedingungen für die Lieferung bereits feststehen. Man hat sich seinen Preis für jetzt und das kommende Jahr gesichert – selbst wenn der Preis für Kabelfernsehen in diesem Zeitraum steigt. Indem man diese Übereinkunft mit der Kabelgesellschaft schließt, hat man das Risiko steigender Preise reduziert.

So funktioniert auch der Terminmarkt. Außer, dass anstatt eines Anbieters von Kabelfernsehen ein Weizenproduzent versuchen könnte, sich einen Verkaufspreis für die Ernte des nächsten Jahres zu sichern, oder ein Brothersteller versuchen könnte, sich einen Kaufpreis zu sichern, um festzulegen, wie viel Brot er mit welchem Ertrag produzieren kann.

Also könnten der Landwirt und der Brothersteller einen Terminkontrakt über die Lieferung von 5.000 Scheffel Getreide an den Käufer im Juni zum Preis von 4 Dollar je Scheffel abschließen. Indem sie diesen Terminkontrakt eingehen, sichern sich Landwirt und Brotproduzent einen Preis, bei dem beide Parteien davon ausgehen, dass dieser im Juni eine fairer Preis sein wird. Es ist dieser Kontrakt – und nicht das Weizen an sich – der dann am Terminmarkt ge- und verkauft werden kann. Folglich ist ein Terminkontrakt eine Übereinkunft zwischen zwei Parteien: eine Verkaufsposition – die Partei, welche sich zur Lieferung eines Gutes verpflichtet – und eine Kaufposition – die Partei, welche sich zum Empfang eines Gutes verpflichtet. Im dargestellten Szenario wäre der Landwirt Inhaber einer Verkaufsposition (sich zum Verkauf verpflichtend), während der Brothersteller Inhaber der Kaufposition (sich zum Kauf verpflichtend) wäre. Im Abschnitt über Strategien werden wir uns noch näher mit den Aussichten der Verkaufs- und Kaufpositionen beschäftigen, an dieser Stelle ist es jedoch zunächst wichtig zu verstehen, dass zu jedem Kontrakt beide Positionen gehören.

In jedem Terminkontrakt ist alles genau festgelegt: Quantität und Qualität des Gutes, der spezifische Preis je Einheit sowie Zeitpunkt und Art der Lieferung. Der „Preis“ eines Termingeschäfts wird abgebildet durch den vereinbarten Preis des zugrundeliegenden Gutes oder Finanzinstruments, welches in der Zukunft bereitgestellt wird. Im angesprochenen Szenario ist der Preis des Kontrakts 5.000 Scheffel Getreide zu einem Preis von 4 Dollar je Scheffel.

Gewinne und Verluste - Barausgleich

Profite und Verluste eines Termingeschäfts sind abhängig von den täglichen Marktbewegungen für diesen Kontrakt und werden täglich neu berechnet. Nehmen wir beispielsweise an, der Terminkontrakt für Getreide steigt am Tag, nachdem der obige Landwirt und der Brotproduzent einen Terminkontrakt über 4 Dollar je Scheffel eingegangen sind, auf 5 Dollar je Scheffel. Der Landwirt als Inhaber der Verkaufsposition hat 1 Dollar je Scheffel verloren, da der Verkaufspreis gerade gegenüber dem Terminpreis zugelegt hat, zu welchem er sein Getreide verkaufen muss. Der Brothersteller als Inhaber der Kaufposition hat hingegen 1 Dollar je Scheffel gewonnen, da der Preis zu dessen Zahlung er sich verpflichtet hat niedriger liegt als jener, den der Rest des Marktes in Zukunft für Getreide zahlen muss.

Am Tag, an dem die Veränderung eintritt, wird das Konto des Landwirts mit 5.000 Dollar belastet (1 Dollar je Scheffel X 5.000 Scheffel) und dem Konto des Brotproduzenten werden 5.000 Dollar gutgeschrieben (1 Dollar je Scheffel X 5.000 Scheffel). Im Rahmen der täglichen Marktbewegungen werden die entsprechenden Anpassungen vorgenommen. Anders als im Aktienmarkt werden Terminpositionen auf täglicher Basis ausgeglichen, was bedeutet, dass Gewinne und Verluste eines Handelstages täglich vom Konto einer Person abgezogen oder diesem gutgeschrieben werden. Im Aktienmarkt werden die Kapitalgewinne oder -verluste von Preisbewegungen nicht umgesetzt, bis ein Anleger sich dazu entschließt, seine Aktien zu verkaufen oder seine oder ihre Verkaufsposition zu decken.

Da die Konten von Parteien bei Termingeschäften jeden Tag angepasst werden, werden die meisten Transaktionen im Terminmarkt mit Geld beglichen, und das eigentlich physische Gut wird am Geldmarkt ge- oder verkauft. Preise im Geld- und Terminmarkt bewegen sich in der Regel parallel zueinander, und wenn der Terminkontrakt fällig wird verbinden sich beide Preise zu einem Preis. Also wird an dem Tag, an dem sich eine der Parteien zur Begleichung ihrer Terminposition entschließt, der Kontrakt beglichen. Wenn das Geschäft bei 5 Dollar je Scheffel beglichen wurde, würde der Landwirt 5.000 Dollar bei dem Termingeschäft verlieren und der Brothersteller hätte damit einen Gewinn von 5.000 Dollar erzielt.

Doch nach der Begleichung des Terminkontrakts benötigt der Brotproduzent weiterhin Getreide zur Herstellung des Brotes, also wird er sein Getreide in Echtzeit am Geldmarkt (oder in einem Getreidepool) zu einem Preis von 5 Dollar je Scheffel (insgesamt 25.000 Dollar) erwerben, weil das der Getreidepreis am Geldmarkt ist, wenn er sein Geschäft begleicht. Allerdings fließen technisch gesehen seine Profite in Höhe von 5.000 Dollar in diesen Kauf, was bedeutet, dass er nach wie vor seinen festgeschriebenen Preis von 4 Dollar je Scheffel zahlt (25.000 Dollar – 5.000 Dollar = 20.000 Dollar). Der Landwirt kann, nachdem er ebenfalls den Kontrakt beglichen hat, sein Getreide für 5 Dollar je Scheffel am Geldmarkt verkaufen, doch aufgrund seiner Verluste aus dem Termingeschäft mit dem Brotproduzenten wird der Landwirt trotzdem lediglich 4 Dollar je Scheffel erzielen. Anders ausgedrückt wird der Verlust des Landwirts aus dem Termingeschäft aufgewogen durch den höheren Verkaufspreis am Geldmarkt – dies wird als Absicherung bezeichnet.

Wenn man nun einmal verstanden hat, dass ein Terminkontrakt tatsächlich eher eine Finanzposition darstellt, kann man sich auch vorstellen, dass die beiden Parteien im besprochenen Getreide-Termingeschäft anstatt eines Landwirts und eines Brotherstellers auch zwei Spekulanten sein könnten. In diesem Fall hätte der Verkaufsspekulant nur 5.000 Dollar verloren, während der Kaufspekulant diesen Betrag verdient hätte. Anders ausgedrückt wäre keiner von beiden nach Ablauf des Kontrakts an den Geldmarkt gegangen, um das Gut zu kaufen oder verkaufen.

Ökonomische Wichtigkeit des Terminmarkts

Weil der Terminmarkt sowohl höchst aktiv, als auch von entscheidender Bedeutung für den Weltmarkt ist, stellt er eine gute Quelle für essenzielle Marktinformationen und Stimmungsindikatoren dar.

Preisfindung: Infolge seiner höchst kompetitiven Natur hat sich der Terminmarkt zu einem wichtigen wirtschaftlichen Werkzeug zur Findung von Preisen auf Grundlage des für heute und morgen angenommenen Verhältnisses von Angebot und Nachfrage entwickelt. Preise am Terminmarkt sind abhängig von einem konstanten Informationsfluss aus der ganzen Welt und setzen daher ein hohes Maß an Transparenz voraus. Faktoren wie Wetter, Krieg, Zahlungsausfall, Flüchtlingsströme, Landgewinnung und Entwaldung können alle entscheidenden Einfluss auf Angebot und Nachfrage und infolgedessen auch auf aktuellen und zukünftigen Preis eines Gutes haben. Diese Arten von Information und die Weise, wie die Leute diese aufnehmen, verändern ständig den Preis eines Gutes. Dieser Prozess wird als Preisfindung bezeichnet.

Risikoreduzierung: Terminmärkte sind überdies ein Ort, an dem die Leute die Risiken reduzieren können, wenn sie Einkäufe tätigen. Das Risiko wird reduziert da der Preis festgelegt ist, weshalb die Teilnehmer sich sicher sein können, wie viel sie werden kaufen oder verkaufen müssen. Das hilft bei der Reduzierung der letztlich entstehenden Kosten für den Einzelhändler, weil bei geringerem Risiko auch eine niedrigere Wahrscheinlichkeit einhergeht, dass die Hersteller die Preise anziehen, um Verluste vom Geldmarkt auszugleichen.

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