Es gibt Vielerlei akademischer Theorien, die das Thema Währungen betreffen. Obwohl sie oftmals nicht direkt auf das von-Tag-zu-Tag Geschäft anwendbar sind, ist es jedoch hilfreich, die allumfassenden Ideen hinter den akademischen Forschungen zu verstehen.

Die wichtigsten ökonomischen Theorien lassen sich in ausländischen Umtauschdeals mit gleichgestellten Bedingungen finden. Eine gleichgestellte Bedingung ist eine ökonomische Erklärung für den Preis, zu dem zwei verschiedene Währungen getauscht werden sollten und basiert auf Faktoren wie Inflations- und Nachfrageraten.

Die ökonomischen Theorien schlagen vor, dass die Möglichkeit der Nutzung eines Preisunterschieds für Marktteilnehmer in Frage kommen sollte, falls die gleichgestellte Bedingungen nicht tragbar ist. Diese Möglichkeiten sind, wie auf vielen Märkten, bereits erforscht und ausgenutzt, bevor sie dem individuellen Investor überhaupt die Möglichkeit gegen sie zu kapitalisieren. Andere Theorien basieren auf Faktoren wie Handel, Kapitalfluss und der Weise, in der ein Staat agiert.

Kaufkraftparität (PPP)

Kaufkraftparität (PPP) ist die ökonomische Theorie, die besagt, dass Preislevel zwischen zwei Ländern nach einer Anpassung der Austauschrate äquivalent zu dem jeweils anderen sein sollten.

Die Grundlage der Theorie ist das Gesetz eines Preises, wonach der Preis eines identischen Gutes auf der ganzen Welt gleich teuer sein sollte. Auf Grundlage dieser Theorie wird eine Arbitragemöglichkeit geschaffen, falls es eine große Differenz zwischen den Preisen zweier Länder für das gleiche Gut nach einer Anpassung der Austauschrate gibt, denn das Produkt würde ansonsten von dem Land bezogen werden, das es für den niedrigsten Preis verkaufen kann. Die jeweilige Version des PPP lautet wie folgend:

Der Buchstabe 'e' steht für die Rate des Tauschs in der Umtauschrate und 'π1' und 'π2' für das Maß für Inflation in Land 1 oder Land 2.

Ist die Inflationsrate für Land XYZ 10% und die Inflationsrate für Land ABC 5%, so sollte die Währung von ABC um 4,76% an die von XYZ angepasst werden.

Zinssatzparität

Das Konzept der Zinssatzparität (IRP) ist dem Konzept der PPP relativ ähnlich, denn es geht davon aus, dass, falls es keine Arbitragemöglichkeiten gibt, zwei Anlagen in zwei verschiedenen Ländern die gleichen Zinssätze haben sollte, insofern das Risiko für beide in etwa gleich ist. Die Basis für diese Parität ist ebenfalls das Gesetzt für einen Preis, in dem der Kauf eines Investments in dem einen Land etwa das einbringen sollte, was das Gut in einem anderen Land kostet; andererseits sollten die Austauschraten so aneinander angepasst werden, dass die Differenz wettgemacht wird.

Die Formel, mit der sich das IRP berechnen lässt, lautet wie folgt:

Buchstabe 'F' steht für den Devisenterminkurs; 'S' repräsentiert den Devisenkassakurs; 'i1' seht für die Nachfragerate in Land 1 und 'i2' steht für die Nachfragerate in Land 2.

Der Internationale Fischer Effekt

Der Internationale Fischer Effekt (IFE) schlägt vor, dass die Austauschrate zwischen zwei Ländern um einen Faktor aneinander angeglichen werden sollte, der sich aus der Differenz ihrer beiden nominalen Nachfrageraten ergibt. Falls die Nominalrate in einem Land geringer ist als in dem anderen, sollte die Währung des Landes mit der geringeren Nominalrate um den Betrag der Differenz zur Rate des bessergestellten Landes angeglichen werden.

Die Formel für den IFE lautet wie folgt:

Der Buchstabe 'e' steht für die Rate in der Umtauschrate und 'i1' und 'i2' repräsentieren die Inflationsraten für Land 1 sowie für Land 2.

Die Theorie der Zahlungsbilanzen

Die Zahlungsbilanz eines Landes wird anhand von zwei Werten ermittelt: dem Kontokorrent und der Kapitalbilanz, das die eingehenden sowie die ausgehenden Ströme von Gütern und Kaputal in und aus einem Land misst. Die Theorie der Zahlungsbilanzen betrachtet den Kontokorrent, der das Konto für den Handel mit Gütern ist, um eine Idee für die Richtungen der Austauschrate zu bekommen.

Falls ein Land in seinem Kontokorrent ein großes Plus oder ein großes Minus hat, ist dies ein Anzeichen dafür, dass die Austauschrate des Landes im Ungleichgewicht ist. Um die Währung wieder ins Gleichgewicht zu bringen, muss die Austauschrate über Zeit angepasst werden. Falls ein Land ein großes Defizit (mehr Importe als Exporte) besitzt, wird die Währung abgewertet. Auf der anderen Seite würde ein Überschuss dazu führen, dass die Währung aufgewertet wird.

Die Zahlungsbilanz wird wie folgt ermittelt:

Hier repräsentiert "BCA" den Kontokorrent, "BKA" steht für die Kapitalbilanz und das "BRA" steht bildet das Rücklagenkonto.

Das Realzins-Differenzierungsmodell

Das Realzins-Differenzierungsmodell geht ganz einfach davon aus, dass Länder mit höheren Realzinsen Vorteile gegenüber Ländern mit niedrigeren Realzinsen besitzen. Der Grund hierfür ist, dass Investoren aus der ganzen Welt ihr Geld in Ländern mit höheren Realzinsen positionieren, um höhere Gewinne zu erhalten, was den Preis der Realverzinsung steigert.

Das Gütermarkt-Modell

Das Gütermarkt-Modell fokussiert sich auf den von ausländischen Investoren ausgehenden Geldstrom in ein Land, der durch den Kauf von Gütern wie Aktien, Bonds, und anderen finanziellen Instrumenten entsteht. Falls ein Land von ausländischen Investoren große Zuflüsse erhält, so kann davon ausgegangen werden, dass der Wert ihrer Währung steigt, da die Währung des Landes von den ausländischen Investoren bestellt werden muss.

Diese Theorie geht von der Abgrenzung der Kapitalbilanz des Handels im Vergleich zum Kontokorrent der vorherigen Theorie aus. Dadurch, dass die Kapitalbilanzen von Ländern den Kontokorrent durch den Steigerung des internationalen Geldflusses überholen, ist diese Theorie auf viel Zustimmung gestoßen.

Das Monetäre Modell

Das Monetäre Modell zieht die Monetärpolitik eines Landes zur Hilfe, um die Austauschrate zu ermitteln. Die Monetärpolitik eines Landes befasst sich mit den Geldströmen des Landes, die sich aus dem Zinssatz, den die Zentralbanken vorgeben, sowie der Menge des gedruckten Geldes ergeben. Länder mit einer Monetärpolitik, die darauf ausgelegt ist, Geld zu vermehren, werden aufgrund der Menge des umlaufenden Geldes schnell einem inflationären Druck ausgesetzt sein. Dies führt zu einer Abwertung der Währung.

Diese ökonomischen Theorien, die auf Annahmen und Modellsituationen basieren, helfen die Grundlagen von Währungen und die Weise, in der sie von ökonomischen Faktoren beeinflusst werden, zu erklären. Die Tatsache, dass es so viele konkurrierende Theorien gibt, zeigt, dass es für jede von ihnen äußerst schwierig ist, Währungsflüsse absolut vorhersagen zu können. Die Wichtigkeit jeder einzelnen von ihnen zeigt sich in einem jeweils anderen Marktumfeld und dennoch ist es wichtig, die Grundlagen zu kennen, die hinter den Theorien liegen.

Ökonomische Daten

Die ökonomischen Theorien lassen sich zwar gut auf Währungen in einer langen Sicht anwenden, doch auf kürzere Sichtweise, einer Handelsbasis von Tag-zu-Tag oder von Woche-zu-Woche, haben ökonomische Daten einen wichtigeren Einfluss. Es wird oft gesagt, dass die größten Unternehmen der Welt eigentlich Länder sind und ihre Währung wichtige Aktien in dem jeweiligen Land sind. Ökonomische Daten, wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), werden oftmals als die aktuellsten Daten zu Einnahmen eines Landes angesehen.

In der selben Weise, in der finanzielle Neuigkeiten und Geschehnisse die Aktienwerte eines Unternehmens beeinflussen können, können Informationen und Neuigkeiten über ein Land den Wert der Währung des Landes beeinträchtigen. Veränderungen in Zinssätzen, Inflation, Arbeitslosigkeit, Kaufkraft, BIP, politische Stabilität und einiges weitere können zu extremen Gewinnen und Verlusten führen, die von der Art der Neuigkeit sowie dem Status quo des Landes abhängen. Die Zahl der ökonomischen Neuigkeiten pro Tag können beängstigend sein, doch sobald man mehr Zeit damit verbringt, etwas über den Forex Markt zu lernen wird klar, welche Neuigkeiten den größte Einfluss besitzen. In der unten stehenden Liste sind ökonomische Faktoren aufgeführt, die dafür bekannt sind den größten ökonomischen Einfluss zu besitzen – unabhängig davon, welches Land die Ankündigung tätigt.

Beschäftigungsdaten

Die meisten Länder veröffentlichen Daten dazu, wie viele Menschen in ihrem Staat beschäftigt sind und wie viele arbeitslos sind. In den Vereinigten Staaten sind diese Daten als Nicht-landwirtschaftliche Gehaltsabrechnungen bekannt und werden jeden ersten Freitag des Monats von der Abteilung für Arbeitsstatistiken veröffentlicht. In den meisten Fällen stehen starke Zugewinne der Arbeitstätigen dafür, dass die Wirtschaft eines Landes floriert, während Verluste ein Zeichen schlecht funktionierender Wirtschaft sein können.

Falls ein Land vor kurzem durch wirtschaftlich schlechte Zeiten gegangen ist, könnten positive Daten der arbeitstätigen Gesellschaft dafür sprechen, dass die Währung an Wert gewinnt, denn es ist ein Zeichen für wirtschaftlichen Wohlstand und Erholung. Andererseits kann geringe Arbeitslosigkeit zu Inflation führen, wonach diese Zahlen die Währung also auch abwerten können. Mit anderen Worten, hängen ökonomische Daten und die Bewegung der Währung auch von den Umständen ab, die während der Veröffentlichung der Daten in einem Land vorherrschen.

Zinssätze

Wie wir es bereits in einigen ökonomischen Theorien gesehen haben, sind Zinssätze eine der Hauptaspekte des Forex Marktes. Das, bezüglich der Zinssätze, größte Interesse von Marktteilhnehmern wird von der Zentralbank eines Landes getätigt, die die Fiskalpolitik des Landes steuert und als Institut der staatlichen Monetärpolitik agiert.

In den Vereinigten Staaten gibt das Federal Open Market Committee (FOMC) die Bankraten, oder die Raten unter welcher Banken den Vereinigten Staaten Geld verleihen oder anleihen können, vor. Das FOMC berät sich acht mal jährlich, um Entscheidung über ein Absenken oder Anheben der Bankrate zu treffen. Jede einzelne Minute in diesen Meetings ist von großer Bedeutung.

Inflation

Inflationsdaten messen die Zugewinne und Verluste von Preisniveaus über eine bestimmte Zeitspanne. Durch die absolute Zahl von Gütern und Dienstleistungen innerhalb einer Wirtschaft werden eine handvoll Güter und Dienstleistungen genutzt, um Preisveränderungen festzustellen. Preiserhöhungen sind ein Zeichen für Inflation, was bedeutet, dass der Wert der Währung eines Landes abnehmen wird. In den Vereinigten Staaten werden die Inflationsdaten im Consumer Price Index abgebildet, der auf monatlicher Basis vom Büro für Arbeitsstatistiken herausgegeben wird.

Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt eines Landes ist ein Messwert aller Güter und Dienstleistungen, die ein Land über einen bestimmten Zeitraum produziert. Die BIP Errechnungen lassen sich in vier Kategorien einteilen: Privater Konsum, Ausgaben der Regierung, Unternehmensausgaben und absoluter Export. Das BIP wird als bestes Maß für den Wohlstand eines Landes bzw. einer Volkswirtschaft angesehen und Steigerungen des BIP stehen für ein unmittelbares Wirtschaftswachstum.

Je gesünder eine staatliche Wirtschaft ist, desto attraktiver ist sie auch für ausländische Investoren, was im Umkehrschluss zu einer Steigerung des Werts einer Währung führen kann, wenn mehr Geld ins Land fließt. In den Vereinigten Staaten werden diese Daten einmal im Monat vom Büro für Ökonomische Analysen herausgegeben, nämlich immer im dritten oder letzten Viertel eines Monats.

Einzelhandelsumsatz

Die Daten des Einzelhandelsumsatz messen die Menge an Verkäufen, die Gewerbe innerhalb einer bestimmten Zeitspanne machen und lassen somit auf die Ausgaben von Konsumenten bzw. ihr Kaufverhalten schließen. Die Messwerte alleine schauen nicht auf alle Gewerbe, doch ähnlich wie auch das BIP, nutzen sie einen bestimmten Ausschnitt, um auf das grundsätzliche Kaufverhalten der Konsumenten schließen zu können. Die Messwerte geben den Marktteilnehmern zudem eine Vorstellung von der Stärke einer Wirtschaft, wobei ein starkes Kaufverhalten für eine stärkere Wirtschaft steht. In den Vereinigten Staaten gibt Department of Commerce die Verkaufsdaten immer etwa Mitte des Monats heraus.

Beständige Güter

Die Daten für beständige Güter (solche mit einer Lebensspanne von mehr als drei Jahren, messen die Menge an hergestellten Gütern, die bestellt, verschifft und für die gleiche Zeit unbesetzt sind. Zu diesen Gütern zählen Dinge wie Autos und Haushaltsgeräte, die den Ökonomen eine Vorsellung vom individuellen Konsum für länger währende Güter geben, sowie eine Vorstellung von der Prosperität des Produktionssektors.

Diese Messungen geben Marktteilnehmern einen Einblick in den Zustand einer Wirtschaft. Die Daten werden vom Department of Commerce jeweils zum 26. eines Monats herausgegeben.

Güter und Geldflüsse

Interaktionen zwischen Ländern erzeugen riesige Geldflüsse, die einen essenziellen Einfluss auf den Wert der Währungen haben können. Wie wir bereits zuvor festgestellt haben, wird ein Land, das viel mehr importiert als exportiert den Wert seiner Währung sinken sehen, da es seine eigene Währung verkaufen muss, um die Währung der exportierenden Nation zu kaufen. Des weiteren können steigende Investitionen in einem Land zu einem enormen Ansteigen ihrer eigenen Währung führen.

Die Daten des Güterstroms fassen die Differenz zwischen den Exporten und Importen eines Landes ins Auge. Ein Handelsdefizit entsteht, wenn ein Land mehr importiert als exportiert. In den Vereinigten Staaten veröffentlicht das Commerce Department diese Daten auf einer monatlichen Basis, die die Menge an Gütern und Dienstleistungen zeigt, die die Vereinigten Staaten innerhalb des letzten Monats handelten. Daten des Kapitalflusses zeigen die Differenz in der Währung, die durch Investitionen und/oder Exporte an ausländische Investoren und/oder Importe gehandelt wurden. Ein Land, in das viel von ausländischen Investoren investiert wird, während Ausländer Grundstücke oder Aktien kaufen, wird grundsätzlich einen im positiven Bereich liegenden Kapitalfluss besitzen.

Die Daten zu Zahlungsbilanzen sind grundsätzlich eine Kombination aus den Handelsaktivitäten und dem Kapitalfluss eines Landes über eine bestimmte Zeitspanne. Die Zahlungsbilanzen sind in drei Kategorien aufgeteilt: den Kontokorrent, die Kapitalbilanz und das Finanzkonto. Der Kontokorrent betrachtet den Fluss von Gütern und Dienstleistungen zwischen Ländern. Die Kapitalbilanz betrachtet den Austausch von Geld zwischen Ländern für bestimmte Güter oder Dienstleistungen. Und das Finanzkonto betrachtet den Geldfluss von Ländern zu bestimmten finanziellen Zwecken.

Makroökonomische und Geopolitische Einflüsse

Die größten Veränderungen im Forex kommen von makroökonomischen und geopolitischen Vorkommnissen, wie etwa bei Kriegen, Wahlen, Veränderungen der Geldpolitik oder bei finanziellen Krisen. Diese Geschehnisse haben die Fähigkeit ein Land und seine Grundlagen zu verändern oder gar komplett umzustürzen. Beispielsweise können Kriege einen enormen Einfluss auf die Kaufkraft einer bestimmten Region haben, was wiederum den Wert der Währung um ein großes Maß mitbeeinflusst. Es ist wichtig, bezüglich dieser makroökonomischen und geopolitischen Geschehnisse auf dem allerneusten Stand zu sein.

Es gibt so vielen Daten, die auf dem Forex Markt veröffentlicht werden, sodass es für das durchschnittliche Individuum schwer sein kann zu folgen. Unabhängig hiervon ist es allerdings wichtig die Nachrichten und Geschehnisse zu kennen, die sich auf die Währungen, mit denen man handelt, auswirken.

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