Die Devisenbörse ist der "Ort", an dem Währungen gehandelt werden. Währungen spielen für die meisten Menschen weltweit eine wichtige Rolle, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, da Währungen gehandelt werden müssen, um Außenhandel und -geschäfte vollziehen zu können.

Wenn man in den USA lebt und Käse aus Frankreich kaufen möchte, muss entweder man selbst oder das Unternehmen, über welches man den Käse erwirbt, die Franzosen für den Käse in Euro (EUR) bezahlen. Folglich muss der US-Importeur die entsprechende Summe US-Dollar (USD) in Euro umtauschen. Dasselbe gilt für das Reisen. Ein französischer Tourist in Ägypten kann einen Besuch der Pyramiden nicht in Euro bezahlen, weil dieser nicht die vor Ort akzeptierte Währung ist. Daher muss der Tourist die Euro zum aktuellen Wechselkurs in die örtliche Währung umtauschen (in diesem Fall in das Ägyptische Pfund).

Die Notwendigkeit des Umtauschs von Währungen ist der Hauptgrund, warum der Forex-Markt der größte, liquideste Finanzmarkt der Welt ist. Die Größe anderer Märkte wirkt im Vergleich seines durchschnittlichen Handelsvolumens von rund 2.000 Milliarden Dollar täglich verschwindend klein, selbst jene des Aktienmarkts. (Das Gesamtvolumen schwankt ständig, doch Stand August 2012 ging die Bank of International Settlements (BIS) von einem Handelsvolumen des Forex-Markts von über 4,9 Billionen Dollar täglich aus.)

Ein einzigartiges Merkmal dieses internationalen Marktes ist, dass es keinen zentralen Marktplatz für Devisen gibt. Vielmehr wird der Devisenhandel elektronisch over-the-counter (OTC) abgewickelt, was bedeutet, dass alle Transaktionen über Computernetzwerke weltweit durchgeführt werden, anstatt an einer zentralen Börse. Der Markt ist 24 Stunden täglich, fünfeinhalb Tage die Woche, geöffnet, und Währungen werden weltweit an den wichtigen Finanzzentren von London, New York, Tokio, Zürich, Frankfurt, Hong Kong, Singapur, Paris und Sydney gehandelt - und umspannen somit fast jede Zeitzone. Wenn also der Handelstag in den USA zu Ende geht, beginnt der Devisenmarkt aufs Neue in Tokio und Hong Kong. Daher kann der Forex-Markt zu jeder erdenklichen Tageszeit äußerst aktiv sein, mit sich ständig verändernden Wechselkursen.

Spotmarkt und Forwards- und Futures-Märkte

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wie Institutionen, Unternehmen und Einzelpersonen Devisen handeln: den Spotmarkt, den Forwards- und den Futures-Markt. Der Devisenhandel im Spotmarkt ist seit jeher der umfangreichste Markt, da es sich hier um den tatsächlichen "Basiswert" handelt, auf dem die Forwards- und Futures-Märkte basieren.

In der Vergangenheit war der Futures-Markt der beliebteste Ort unter den Händlern, da er für längere Zeiträume individuellen Anlegern zugänglich war. Allerdings hat im Zuge der zunehmenden Verbreitung des elektronischen Handels der Spotmarkt einen erheblichen Zuwachs an Aktivitäten erfahren und übertrifft mittlerweile den Futures-Markt als bevorzugten Handelsplatz für individuelle Anleger und Spekulanten. Wenn Personen vom Forex-Markt sprechen, beziehen sie sich in der Regel auf den Spotmarkt.

Die Forwards- und Futures-Märkte sind tendenziell beliebter bei Unternehmen, die ihre Devisenrisiken in einen bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft auslagern wollen.

Was ist der Spotmarkt?

Genauer gesagt werden am Spotmarkt die Währungen entsprechend den aktuellen Kursen ge- und verkauft. Dieser Preis, bestimmt von Angebot und Nachfrage, reflektiert eine Reihe von Faktoren, darunter aktuelle Zinssätze, Wirtschaftsleistung, Einschätzungen gegenwärtiger politischer Gegebenheiten (sowohl lokal als auch international), sowie die Einschätzung der zukünftigen Performance einer bestimmten Währung im Verhältnis zu einer anderen.

Wenn das Geschäft letztlich abgeschlossen wird, handelt es sich um ein "Spotgeschäft". Dies ist eine bilaterale Transaktion, bei der eine Partei der Gegenpartei eine vereinbarte Währungssumme übergibt und im Gegenzug einen bestimmten Betrag der anderen Währung zum vereinbarten Wechselkurs erhält.

Nachdem eine Position geschlossen wurde erfolgt die Abwicklung gegen Bezahlung. Obwohl der Spotmarkt allgemein als ein Markt bekannt ist, der mit Transaktionen in der Gegenwart handelt (anstatt in der Zukunft), benötigen derartige Geschäfte zwei Tage bis zur endgültigen Abwicklung.

Was sind Forwards- und Futures-Märkte?

Anders als im Fall des Spotmarkts werden bei Forwards- und Futures-Märkten keine tatsächlichen Währungen gehandelt. Stattdessen werden hier Kontrakte gehandelt, die den Anspruch auf bestimmte Währungstypen, eine bestimmten Preis pro Einheit und ein zukünftiges Abwicklungsdatum repräsentieren.

Im Forwards-Markt werden Kontrakte OTC zwischen zwei Parteien ge- und verkauft, welche die Bedingungen der Übereinkunft selbst festlegen.

An den Futures-Märkten werden Terminkontrakte auf Grundlage von Standardgrößen und Abschlussterminen öffentlicher Verbrauchsgüterbörsen wie zum Beispiel der Chigaco Mercantile Exchange gehandelt. In den USA reguliert die National Futures Association den Futures-Markt. Terminkontrakte haben spezifische Details, darunter die Anzahl der gehandelten Einheiten, Lieferungs- und Abwicklungstermine sowie nicht verhandelbare Mindestpreisaufschläge. Die Börse fungiert hier als Gegenstück zum Händler und bietet Prüfung und Abwicklung.

Beide Kontraktarten sind bindend und werden in der Regel bei Ablauf gegen Geldzahlungen im Austausch für die fragliche Devise abgewickelt, obwohl Kontrakte auch vor Ablauf ge- und verkauft werden können. Die Forwards- und Futures-Märkte können eine Risikoabsicherung beim Handel mit Währungen bieten. Für gewöhnlich nutzen große internationale Unternehmen diese Märkte, um sich gegen zukünftige Wechselkursschwankungen abzusichern, doch auch Spekulanten agieren auf diesen Märkten.

Beachten Sie, dass sie dort folgende Begriffe sehen werden: FX, forex, Devisenmarkt und Währungsmarkt. Diese Begriffe sind synonym und beziehen sich alle auf den Forex-Markt.

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