Im folgenden Abschnitt werden wir uns näher mit einigen der mit dem Forex-Markt verbundenen Vorteilen und Risiken beschäftigen. Wir werden über die Unterschiede zum Aktienmarkt sprechen, um die Funktionsweise des Forex-Marktes besser zu verstehen.

Das Gute und das Schlechte

Wir haben bereits erwähnt, dass Faktoren wie Größe, Volatilität und globale Struktur des Devisenmarktes alle zu seinem schnellen Erfolg beigetragen haben. Aufgrund der höchst liquiden Natur dieses Marktes können Anleger extrem umfangreiche Geschäfte vollziehen, ohne einen bestimmten Wechselkurs zu beeinflussen. Diese umfangreichen Positionen werden aufgrund der niedrigen Margenanforderungen seitens der Makler der Branche für Forex-Trader zugänglich. Ein Händler kann beispielsweise eine Position von 100.000 Dollar kontrollieren, indem er im Vorfeld lediglich 1.000 Dollar einzahlt und sich den Rest von seinem oder ihrem Forex-Broker leiht.

Das Ausmaß dieses Hebeleffekts ist jedoch ein zweiseitiges Schwert, da Anleger riesige Gewinne erzielen können, wenn die Kurse sich leicht zu ihren Gunsten bewegen, tragen allerdings auch das Risiko massiver Verluste, sollte sich die Kurse gegen sie entwickeln. Trotz der Devisenrisiken ist es vor allem der Umfang der möglichen Hebelwirkung, welcher den Forex-Markt für viele Spekulanten so attraktiv macht.

Der Währungsmarkt ist überdies der einzige Markt, welcher tatsächlich 24 Stunden täglich mit stabil angemessener Liquidität geöffnet ist. Für Trader, die vielleicht noch einem anderen Beruf nachgehen oder einfach nur einen vollen Terminkalender haben, ist dies daher ein optimaler Markt. Wie man der unten zu sehenden Übersicht entnehmen kann, sind die wichtigsten Handelszentren über viele verschiedene Zeitzonen verteilt, weshalb niemand mehr auf Handelsbeginn oder -schluss zu achten braucht. Wenn das US-Geschäft schließt, machen andere Märkte im Osten gerade auf, weshalb man zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit traden kann.

Während der Forex-Markt Anlegern mehr Spannung bietet, sind die Risiken im Vergleich zum Aktienhandel ebenfalls größer. Die extrem hohe Hebelwirkung im Forex-Markt hat zufolge, dass umfangreiche Gewinne schnell in erhebliche Verluste umschlagen und innerhalb von Minuten den Großteil eines Kontos auslöschen können. Vor allem für Neueinsteiger ist es wichtig, sich dieses Umstands bewusst zu sein, da im Forex-Markt – aufgrund der großen bewegten Geldsummen und der Anzahl der Teilnehmer – die Händler sehr schnell auf neue Informationen reagieren, was wiederum zu heftigen Bewegungen beim Preis des jeweiligen Währungspaares führt.

Obwohl Währungen tendenziell prozentual nicht so stark schwanken wie Aktienwerte (wo die Aktie eines Unternehmen nach einer schlechten Ankündigung innerhalb von Minuten einen Großteil ihres Wertes einbüßen kann), ist es der Hebel im Spotmarkt, welcher die Volatilität verursacht. Wenn man zum Beispiel auf 1.000 investierte Dollar einen Hebel von 100:1 anwendet, kontrolliert man Kapital im Umfang von 100.000 Dollar. Wenn man 100.000 Dollar in eine bestimmte steckt und der Kurs dieser Währung bewegt sich um 1% in die falsche Richtung, wird der Wert des Kapitals auf 99.000 Dollar zurückgegangen sein – ein Verlust von 1.000 Dollar, also des gesamten initial investierten Kapitals, ein Verlust von 100%.

Im Aktienmarkt nutzen die wenigsten Händler Hebeleffekte, also würde ein Rückgang des Aktienwertes um 1% bei einer 1000 Dollar-Investition lediglich einen Verlust von 10 Dollar zur Folge haben. Deshalb ist es wichtig, sich der Risiken des Forex-Marktes bewusst zu sein, bevor man sich dort hinein begibt.

Unterschiede zwischen Forex und Aktien

Ein entscheidender Unterschied zwischen Devisen- und Aktienmärkten ist die Anzahl der gehandelten Instrumente: verglichen mit den Tausenden im Aktienmarkt hat der Forex-Markt nur sehr wenige. Die Mehrheit der Forex-Händler konzentrieren ihre Bemühungen auf sieben verschiedene Währungspaare: die vier Hauptpaare, also EUR/USD, USD/JPY, GBP/USD, USD/CHF; und die drei Rohstoffpaare USD/CAD, AUD/USD, NZD/USD. Alle weiteren Paare sind lediglich verschiedene Kombinationen der genannten Währungen, auch bekannt als Währungsswaps. Aus diesem Grund kann man beim Devisenhandel leichter den Überblick behalten, weil man nicht aus 10.000 Aktienwerten den besten herausfiltern muss, sondern als FX-Trader lediglich bei den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen von acht Ländern „auf dem Laufenden“ sein muss.

Die Aktienmärkte können oftmals in eine Flaute kommen, was zu schrumpfenden Handelsvolumen und -aktivitäten führt. Infolgedessen kann es schwierig werden, Positionen so zu eröffnen oder abzuwickeln, wie man sich das vorgestellt hatte. Darüber hinaus kann in einem rezessiven Markt nur eine Aktieninvestor mit viel Erfindungsreichtum überhaupt Profite erzielen. Im US-Aktienmarkt ist es aufgrund strikter Regeln und Bestimmungen über diesen Prozess generell schwierig, Leerverkäufe durchzuführen.

Das Devisengeschäft hingegen biete die Möglichkeit, sowohl in wachsenden als auch in rückläufigen Märkten zu profitieren, weil man mit jedem Trade gleichzeitig kauft und verkauft und Leerverkäufe somit unweigerlich Teil jeder Transaktion sind. Zusätzlich sind Händler aufgrund der hohen Liquidität des Aktienmarktes nicht dazu verpflichtet, auf einen Aufwärtstrend zu warten bevor sie sich an einem Leerverkauf beteiligen dürfen – wie sie es im Aktienmarkt tun müssen.

Infolge der extremen Liquidität im Forex-Markt sind die Margen niedrig und der Hebel groß. Es ist schlicht unmöglich, derart niedrige Zinsspannen in den Aktienmärkten zu finden; die meisten Margenhändler im Aktienmarkt müssen mindestens 50% des Anlagewerts als Spread vorhalten, wohingegen Forex-Traders nur überschaubare 1% verfügbar haben müssen. Darüber hinaus sind die Gebühren im Aktienmarkt viel höher als im Devisenmarkt. Herkömmliche Broker verlangen neben der Marke noch Kommissionsgebühren, dazu kommen zusätzlich die Abgaben an die Börse. Spot-Forex-Makler nehmen lediglich die Marge als Gebühr für die Transaktion.

Mittlerweile sollte man eine grundsätzliche Vorstellung davon haben, was der Devisenmarkt ist und wie er funktioniert. Im folgenden Abschnitt betrachten wir die Entstehung des aktuellen Devisensystems.

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