Die Geschichte des Forex

Das System des Goldstandards

Die Schaffung des Goldstandards als Währungssystem im Jahr 1875 markiert eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte des Forexmarkts. Bevor der Goldstandard ins Leben gerufen wurde, nutzten Staaten Gold und Silber als Zahlungsmittel auf internationaler Ebene. Das Hauptproblem hierbei war, dass der Wert von Gold und Silber von externem Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Beispielsweise würde der Goldpreis sinken, sobald irgendwo eine neue Goldmine entdeckt worden ist.

Die Idee hinter dem Goldstandard war, dass Regierungen die Umwandlung einer bestimmten Währung in Gold garantierten und umgekehrt. Um es mit anderen Worten zu sagen wurden die Währungen durch Gold gesichert. Natürlich benötigten Regierungen einen relativ großen Vorrat an Gold, um die notwendigen Bedingungen für Währungsumrechnungen zu erfüllen. Im späten 19. Jahrhundert einigten sich die wirtschaftlichen Großmächte auf eine Unze Gold als Währungsstandard. Mit der Zeit wurde die Differenz des Preises für eine Unze Gold zur Umtauschrate für die Währungen zweier Länder. Dies sollte die erste standardisierte Umtauschrate der Geschichte.

Der Goldstandard brach mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs zusammen. Aufgrund von politischen Spannungen mit Deutschland empfanden die Großmächte Europas die Notwendigkeit, militärische Projekte durchzuführen. Die finanzielle Hürde dieser Projekte war so groß, dass es nicht genügend Goldvorräte mehr gab, mit denen Umtäusche in andere Währungen vollzogen werden konnten.

Auch wenn es zu einer kleinen Renaissance des Goldstandards in den Nachkriegsjahren kam, verzichteten die meisten Länder während des Zweiten Weltkriegs auf ihn. Der Goldstandard wurde nie zur absoluten Form von Währungsumtäuschen. (Um mehr hierüber zu erfahren, lohnt sich ein Blick in die Artikel The Gold Standard Revisited, What Is Wrong With Gold? Sowie Using Technical Analysis In The Gold Markets.)

Das Bretton Woods System

Vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs glaubten die alliierten Nationen, dass es ein Währungssystem braucht, um die Lücke zu schließen, die das Ende des Goldstandards hervorgerufen hatte. Im Juli 1944 tagten mehr als 700 Abgeordnete der Alliierten in Bretton Woods, New Hampshire, um über das System, was später als Bretton Woods Währungssystem bekannt wurde, zu beraten.

Um es etwas einfacher darzustellen, kommen hier kurz die Neuerungen, die mit Bretton Woods ins Leben gerufen wurden:

  1. Die Methode feststehender Austauschraten
  2. Der U.S. Dollar wurde zu einer Reservenwährungen, die den Goldstandard ablöste
  3. Erschaffung drei internationaler Organisationen, die ökonomische Aktivitäten beobachten sollten: der International Monetary Fund (IMF), International Bank for Reconstruction and Development, und die the General Agreement on Tariffs and Trade (GATT).

Eine der Hauptneuerungen von Bretton Woods war, dass der U.S. Dollar den Goldstandard als Hauptwährung für den Umtausch von jeglichen Währungen ablöste; darüber hinaus wurde der U.S. Dollar die einzige Währung, die durch Gold gesichert wurde. (Dies führte im Endeffekt wohl hauptsächlich dazu, dass Bretton Woods fehlschlug.)

Über die nächsten 25 Jahre mussten die Vereinigten Staaten eine Reihe von Zahlungsdefiziten überstehen, was dadurch hervorgerufen wurde, dass sie nun die Standardwährung der Welt waren. In den frühen 1970er Jahren, waren die Goldreserven der Vereinigten Staaten so gering, dass die Schatzkammer nicht genügend Goldreserven besaß, um ausländische Zentralbanken für Umtauschgeschäfte zu versorgen.

Schließlich schloss der U.S. Präsident Richard Nixon am 15. August 1971 das Goldfenster und die U.S.A gaben bekannt, dass die Welt nicht länger Gold in U.S. Dollar, die in den ausländischen Reserven lagen, umtauschen konnten. Dieses Ereignis bedeutete das Ende von Bretton Woods.

Auch wenn Bretton Woods nicht für immer hielt, so hat es doch eine nachhaltige Bedeutung für die Wirtschaft, die sich auch noch in unserem heutigen Wirtschaftssystem erkennen lässt. Dieses Erbe lässt sich in drei internationalen Gremien wiederfinden, die in den 1940er Jahren geschaffen wurden: dem IMF, der International Bank for Reconstruction and Development (mittlerweile Teil der Weltbank) sowie dem GATT, dem Vorgänger der World Trade Organization.

Die Wechselkurse

Nachdem Bretton Woods fehlgeschlagen war, akzeptierte die Welt mit der Vereinbarung von Jamaika aus dem Jahr 1976 die Nutzung freier Austauschraten aus dem Ausland. Dies bedeutete, dass die Nutzung des Goldstandards für immer der Vergangenheit angehören sollte. Doch es bedeutete nicht, dass die Regierungen ein völlig freies Tauschsystem für Währungen einführten. Die meisten Regierungen nutzten eines der folgenden drei Tauschsysteme, die auch heutzutage noch genutzt werden:

  1. Dollarisierung
  2. Preisabstütung
  3. Flexible Wechselkurse

Dollarisierung

Dies tritt auf, wenn sich ein Land dazu entscheidet, die Währung eines anderen Landes als eigene Staatswährung zu etablieren. Auch wenn Dollarisierung ein Land gewöhnlich dazu bringt, als ein sichererer Ort für Investitionen zu gelten, ist die Kehrseite dessen, dass die Zentralbank des Landes nicht länger dazu befähigt ist, Geld als eine Form der Währungspolitik zu drucken. Ein Beispiel für Dollarisierung wäre die Nutzung des U.S. Dollars als Staatswährung von El Salvador. (Um mehr hierüber zu erfahren, können Sie einen Blick in den Artikel Dollarization Explained werfen.)

Preisabstützung

Dies tritt auf, wenn ein Land seine Austauschrate direkt an eine ausländische Währung koppelt, so dass das Land über mehr Stabilität verfügt, als es durch variable Zinssätze hätte. Konkret bedeutet dies, dass die Währung eines Landes zu einer festgelegten Rate in andere Währungen getauscht werden kann. Die Währung würde nur fluktuieren, wenn der Wert der angehefteten Währung sich ändert.

Beispielsweise koppelte China seinen Yuan zwischen 1997 und dem 21. Juli 2005 zu einer Rate von 8,28 Yuan zu 1 USD an den US-Dollar. Die Kehrseite dessen bestand darin, dass der Wert der Währung nun von der ökonomischen Situation im Land der gekoppelten Währung abhing. Beispielsweise würde der Yuan davon profitieren, wenn der US-Dollar gegenüber anderen Währungen an Wert gewinnen würde, was nicht das sein könnte, was die Zentralbank Chinas sich wünschen würde.

Flexible Wechselkurse

Diese Art von System tritt auf, wenn die Umtauschrate einer Währung den ökonomischen Kräften von Angebot und Nachfrage ausgesetzt wird. Die Regierung oder Zentralbank eines Landes kann dann eingreifen, wenn es zu extremen Fluktuationen der Wechselkurse kommt. Sinkt der Wert der Währung eines Landes beispielsweise unter ein akzeptables Niveau, so kann die Regierung die Zinsraten erhöhen. Dies würde dazu führen, dass die Währung für kurze Zeit an Wert gewinnt; doch man sollte beachten, dass es sich hierbei um ein sehr vereinfachtes Beispiel handelt. Für gewöhnlich setzen Zentralbanken eine Reihe an Werkzeugen ein, um eine Währung zu stabilisieren.

Marktteilnehmer

Anders als beim Kapitalmarkt, bei dem Investoren normalerweise mit institutionellen Investoren (und gemeinsamen Fonds) oder anderen Privatinvestoren handeln, gibt es auf dem Forexmarkt noch einige andere Teilnehmer, die aus vollkommen anderen Gründen handeln, als die Teilnehmer des Kapitalmarkts. Deshalb ist es wichtig, die einzelnen Motivationen zu verstehen, mit denen Händler an den Forexmarkt herantreten.

Regierungen und Zentralbanken

Eine der wichtigsten Teilnehmer des Forexmarkts sind Zentralbanken und föderale Regierungen. In den meisten Ländern ist die Zentralbank der verlängerte Arm der Regierung und trifft seine Entscheidungen mit ihrer Zustimmung. Doch es gibt auch einige andere Länder, in denen davon ausgegangen wird, dass eine freie Zentralbank effektiver darin ist, die Zinsraten niedriger zu halten, um damit einen größeren wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. Unabhängig von der Freiheit, die eine Zentralbank genießt, treffen Regierungsvertreter ihre Entscheidungen grundsätzlich nach einer Absprache mit den Vertretern der Zentralbank. Zentralbanken und Regierungen sind oft der gleichen Meinung, wenn es um finanzpolitische Entscheidungen geht.

Oftmals sind Zentralbanken in Manipulationen von Reserven verwickelt, um bestimmte wirtschaftliche Ziele zu erfüllen. Beispielsweise hat China Papiere der US-Schatzkammer im Wert von einigen Millionen Dollar gekauft, seitdem China an den U.S. Dollar gekoppelt war, um den Yüan als wichtige Tauschwährung für den US-Dollar zu machen. Zentralbanken nutzten den ausländischen Währungsmarkt, um ihre Reserven zu kontrollieren. Mit extrem tiefen Taschen trachten sie nach Erfolgen auf den Währungsmärkten.

Banken und andere finanzielle Institutionen

Neben Zentralbanken und Regierungen gehören Banken zu den wichtigsten Teilnehmern des Forexmarkts. Die meisten Privatunternehmer, die ausländische Währungen für kleinere Geschäfte benötigen, wenden sich an benachbarte Banken. Doch private Geschäfte verblassen im Vergleich zu den Geschäften des Interbankmarkts.

Der Interbankmarkt ist der Markt, auf dem große Banken mit anderen großen Banken handeln und den Preis bestimmten, zu dem Währungen an die Privathändler gelangen. Dieses Banken handeln untereinander auf der Basis von Brokeragesystemen und Krediten. Lediglich Banken, die Kreditbeziehungen mit einer anderen Bank besitzen, können Transaktionen durchführen. Je größer die Bank, desto mehr Kreditbeziehungen besitzt sie und desto besser ist der Preis, den sie ihren Kunden anbieten kann. Je kleiner die Bank, desto weniger Kreditbeziehungen besitzt sie und desto schlechter ist der Preis, den sie ihren Kunden anbieten kann.

Generell sind Banken Händler, die eine Währung zu einem bestimmten Nachfrage bzw. Angebotspreis kaufen oder verkaufen. Eine Weise, auf die Banken auf dem Forexmarkt Profite erzielen, ist, dass sie eine Währung zu einem höheren Preis verkaufen, als zu dem, den sie bezahlt haben. Seitdem der Forexmarkt ein dezentralisierter Markt ist, so kann man verschiedene Banken mit leicht unterschiedlichen Umtauschraten für dieselbe Währung erkennen.

Hedgers

Zu den größten Kunden dieser Banken zählen Unternehmen, die mit internationalen Transaktionen handeln. Sobald ein Unternehmen etwas von einem international agierenden Unternehmen kauft oder ihm etwas verkauft, so muss es sich mit der Votalität der fluktuierenden Währung auseinandersetzen.

Sofern es eine Sache gibt, die das Management (und Anteilseigner) verabscheuen, dann ist es Unzuverlässigkeit. Mit dem Risiko für den Umtausch fremder Währungen zu rechnen, ist ein großes Problem für viele multinational agierende Akteure. Nehmen wir zum Beispiel an, dass ein deutsches Unternehmen Equipment von einem japanischen Hersteller einkauft, dass es innerhalb eines Jahres in Yen bezahlen muss. Seitdem die Austauschrate innerhalb eines Jahres wild fluktuieren kann, besitzt das deutsche Unternehmen keinerlei Sicherheit, dass es zum Zeitpunkt der Auslieferung nicht eventuell viel mehr Euro bezahlen müsste.

Ein Mittel, dass ein Unternehmen nutzen kann, um die mit dem Tausch fremder Währungen mitschwingenden Risiko zu mindern, wäre, dass man eine direkte Transaktion in die Währung tätigt, die man benötigt.

Doch unglücklicherweise könnten Unternehmen eventuell nicht genügend Geld besitzen, um Kassatransaktionen durchführen zu können oder wollen eventuell keine größeren Reserven einer fremden Währung für längere Zeit besitzen. Deshalb nutzen Unternehmen oftmals Absicherungsstrategien, um eine Austauschrate bis zu einem zukünftigen Zeitpunkt festzuhalten oder alle Quellen für Risiko bezüglich der Transaktionen zu mindern.

Möchte ein europäisches Unternehmen beispielsweise Stahl aus den Vereinigten Staaten importieren, so müsste es in U.S. Dollar zahlen. Falls der Preis des Euro im Vergleich zu dem des U.S. Dollars sinkt, bevor das Geschäft vollendet wurde, so wird sich das europäische Unternehmen einem finanziellen Verlust gegenübersehen. Dann könnte es einen Vertrag abschließen, der die Austauschrate der Währung zum jeweiligen Zeitpunkt festhält und somit die Risiken für einen Wertverlust des Euro im Vergleich zum Dollar senken. Dies könnte entweder in Form eines Forward-, oder Futurescontract vollzogen werden.

Spekulanten

Eine andere Art von Marktakteuren, die in Transaktionen mit ausländischen Währungen involviert sind, sind Spekulanten. Anstatt sich gegenüber Risiken in der Fluktuation von Währungen abzusichern oder ausländische Währungen für Transaktionen zu nutzen, wollen Spekulanten Geld mit der Fluktuation von Austauschraten verdienen.

Der wahrscheinlich berühmteste aller Währungsspekulanten ist George Soros. Der milliardenschwere Hedgefondsmanager ist dafür bekannt, dass er auf den Wertverlust des britischen Pfund Sterling setzte, womit er in weniger als einem Monat etwa 1,1 Milliarden Dollar erzielte. Auf der anderen Seite ist Nick Leeson, ein Derivatenhändler der englischen Barings Bank jemand, der auf Futuresverträge in Yen im Wert von mehr als 1,4 Milliarden Dollar spekulierte, was zu einem Kollaps des Unternehmens führte.

Einer der wichtigsten und am meisten kontroversen Spekulanten des Forex sind Hedgefonds, die unregulierte Fonds sind, die meist für unkonventionelle Investmentstrategien genutzt werden, um großartige Gewinne hervorzurufen. Man kann sie gewissermaßen als gemeinsame Fonds auf Steroiden betrachten. Hedgefonds sind für viele Zentralbanken Prügelknaben. Dadurch, dass enorme Spekulationen auf ihnen lasten, können sie einen enormen Effekt auf die Währung sowie auf die ökonomische Situation eines Landes haben. Einige Kritiker kreiden an, dass Hedgefonds zur wirtschaftlichen Krise Asiens in den späten 1990er Jahren führten, andere stellten heraus, dass das Problem vielmehr in der Ungeeignetheit der asiatischen Zentralbanken lag. Ungeachtet dessen, können Spekulanten einen großen Einfluss auf die Währungsmärkte haben.

Nun, mit einem Grundverständnis über den Forexmarkt, seiner Geschichte und seinen Teilnehmern, können wir uns um einige etwas fortgeschrittenere Konzepte kümmern, die notwendig sind, um sich auf diesem massiven Markt zurecht zu finden. Im nächsten Artikel betrachten wir die grundlegenden ökonomischen Theorien, die dem Forex zugrunde liegen.

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