ETFs für Welt- und Schwellenmärkte

ETFs für Welt- und Schwellenmärkte ermöglichen es Anlegern, ihre Investitionen über die Vereinigten Staaten hinaus zu diversifizieren und vom Wachstum anderer Länder zu profitieren.

Laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IMF) aus dem Jahr 2012 könnten die Volkswirtschaften in Schwellenländern zwei- oder dreimal so schnell wachsen wie entwickelte Volkswirtschaften wie die Vereinigten Staaten.

Zu den attraktiven Eigenschaften der Volkswirtschaften in Entwicklungsländern gehören die wachsenden arbeitenden Bevölkerungen, steigende Konsumwerte sowie vergleichsweise niedrige Schuldenstände.

Anleger erhoffen sich von den Schwellenmärkten relativ hohe mögliche Renditen dank der potenziell hohen Wachstumsraten. Allerdings bergen Investitionen in Schwellenmärkte auch größere Risiken wie zum Beispiel mögliche politische Instabilität, Wechselkursschwankungen und niedrigere Liquiditätsniveaus.

iShares MSCI Emerging Markets ETF

Der iShares MSCI Emerging Markets ETF (NYSE:EEM) ist mit verwalteten Vermögenswerten von über 40 Milliarden Dollar (Stand 2013) ein Gigant in der Welt der ETFs. Er ist mit einem durchschnittlichen Tagesvolumen von über 60 Millionen gehandelten Anteilen auch einer der am aktivsten gehandelten ETFs der Welt.

Der Fonds folgt dem MSCI Emerging Markets Free Index, welcher zur Einschätzung der Aktienmarktperformance in den weltweiten Schwellenmärkten dient.

Stand 2013 umspannt der MSCI Emerging Markets Index 21 Schwellenländer, darunter Brasilien, Chile, China, Kolummbien, Tschechische Republik, Ägypten, Griechenlad, Ungarn, Indien, Indonesien, Südkorea, Malaysia, Mexiko, Peru, Philippinen, Polen, Russland, Südafrika, Taiwan, Thailand und Türkei.

Der 2003 aufgelegte Fonds wird von BlackRock verwaltet und hat eine vergleichsweise hohe Kostenquote von 0,67%.

Vanguard FTSE Emerging Markets ETF

Der Vanguard FTSE Emerging Markets ETF (NYSE:VWO) folgt der Performance des FTSE Emerging Index. Dieser marktkapitalisierungsbasierte Index misst die Peformance von ungefähr 850 Unternehmen mit mittlerer und großer Marktkapitalisierung in 22 Schwellenmärkten.

Der 2005 aufgelegte VWO verwaltete Stand 2013 Vermögenswerte im Umfang von 47 Milliarden Dollar. Während der Fonds weniger liquide ist als EEM, hat er mit einem durchschnittlichen Handelsvolumen von 17 Millionen Anteilen täglich eine niedrigere Kostenquote von 0,18%.

iShares MSCI EAFE ETF

Der auf entwickelte Volkswirtschaften ausgerichtete iShares MSCI EAFE (NYSE:EFO) ist ein weiterer massiver ETF globalen Ranges. Stand November 2013 verwaltete der Fonds Vermögenswerte im Umfang von über 50 Milliarden Dollar und hatte ein durchschnittliches Handelsvolumen von täglich 15 Millionen Anteilen. Der Fonds hat eine Kostenquote von 0,34%.

EFO folgt dem MSCI EAF Index, welcher große und mittlere Aktienwerte aus entwickelten Volkswirtschaften abdeckt.

Börsenindex-ETFs

An Börsenindizes gekoppelte ETFs spielen im Hinblick auf verwaltete Vermögenswerte und Handelsvolumen eine wichtige Rolle unter den führenden ETFs.

Börsenindex-ETFs zu handeln ermöglicht es Anlegern, sich so leicht am breiteren Markt zu beteiligen, als würden sie einen einzelnen Aktienwert erwerben.

Börsenindex-ETFs können auch dazu eingesetzt werden, das Marktrisiko zu verringern. Beispielsweise könnten langfristige Positionen im Aktienmarkt durch den Leerverkauf eines Börsenindex-ETFs oder den Erwerb eines inversen Börsenindex-ETFs abgesichert werden.

Hauptfaktoren für Bewegungen von Börsenindex-ETFs sind vor allem Gewinnberichte, Wirtschaftsdaten und geopolitische Nachrichten.

Börsenindex-ETFs sind dazu angelegt, ihren Basisindizes eng zu folgen, weshalb ihr Preis jenen des von ihnen verfolgten Indexes widerspiegelt.

SPDR S&P 500 ETF

Im Januar 1993 legte State Street Global Advisors den SPDR S6P 500 ETF (NYSE:SPY) auf. Dessen Aktien werden mitunter als "Spiders" bezeichnet, ein Wortspiel mit dem Tickerkürzel.

Der SPDR folgt dem S&P 500, einem auf der Marktkapitalisierung von 500 Großunternehmen mit an der New Yorker Börse oder dem Nasdaq gelisteten Stammaktien basierenden Index. Weiter gefasst als der Dow Jones Industrial Average, der lediglich 30 Unternehmen umfasst, ist der SPDR ein weithin anerkannter Gradmesser für den US-Aktienmarkt.

Einfach ausgedrückt führt ein Anstieg oder Rückgang im S&P 500 Index zur entsprechenden Aufwärts- oder Abwärtsbewegung im SPDR S&P 500 ETF.

SPDR ist mit verwalteten Nettovermögenswerten (AUM) in Höhe von kolossalen 160 Milliarden Dollar (Stand 2013) der weltweit größte ETF.

Mit einem massiven durchschnittlichen Handelsvolumen von täglich 100 Millionen Aktien ist er überdies der liquideste ETF der Welt.

iShares Russell 2000

Der Stand 2013 am zweitaktivsen gehandelte Börsenindex-ETF ist der iShare Russell 2000 (NYSE:IWM), welcher auf dem breit angelegten Russell 2000 Index basiert.

Der iShares Russell 2000 Index-ETF ermöglicht Anlegern den Zutritt zum Segment kleiner Unternehmen des US-Aktienmarktes. Der Russell 2000 Index besteht aus den kleinsten 2000 Unternehmen im Russell 3000 Index.

Unternehmen mit kleinerer Marktkapitalisierung bieten ein sehr großes Wachstumspotenzial, sind allerdings auch riskanter. Geschichtlich gesehen haben kleinere Unternehmen vor allem im Umfeld steigender Zinssätze gut abgeschnitten.

Wenn der Russell 2000 Index steigt oder fällt, ist auch im iShares Russell 2000 Index-ETF eine entsprechende Bewegung zu verzeichnen.

PowerShares QQQ

Der im Oktober 1999 von Invesco Powershares Capital Management aufgelegte Powershares QQQ (Nasdaq: QQQ) folgt dem Nasdaq 100 Index.

Zum vor allem auf die Technologiebranche ausgelegten Nasdaq 100 Index gehören die nach Marktkapitalisierung größten einheimischen und internationalen im Nasdaq gelisteten nicht-Finanzununternehmen.

SPDR Dow Jones Industrial Average

Als einer der ersten Börsenindex-ETFS wurde 1998 der SPDR Dow Jones Industrial Average (NYSE:DIA) aufgelegt.

Seine Aktien werden mitunter als "Diamonds" bezeichnet, ein Wortspiel mit dem Tickerkürzel. Der Fonds wird von State Street Global Advisors verwaltet und folgt dem Dow Jones Industrial Average, einem preisbasierten Index von 30 "Blue Chip"-US-Aktienwerten. Der Dow Jones Industrial Average ist einer der ältesten und am meisten beachteten Börsengradmesser der Welt.

Vanguard Total Stock Market ETF

Der 2001 aufgelegte Vanguard Total Stock Market ETF (NYSE:VTI) ist vor allem an Investoren auf der Suche nach möglichst großer Beteiligung am US-Markt gerichtet. Der Fonds bietet eine einfache und günstige Gelegenheit, ein umfangreiches Portfolio zu diversifizieren.

VTI folgt dem CRSP U.S. Total Market Index, einem Gradmesser, der die Investitionsrendite des gesamten US-Aktienmarktes misst. Der Index enthält regulär an New Yorker Börse und Nasdaq gehandelte große, mittlere, kleine und kleinste Aktienwerte.

Rohstoff-ETFs

Rohstoffe sind ein Beispiel für eine Wertanlageklasse, die bis vor wenigen Jahren für individuelle Anleger weniger erreichbar war. Vor dem Aufkommen der ETFs mussten sich Rohstoffinvestoren weitestgehend auf den Markt für Futures beschränken.

Rohstoffpreise steigen für gewöhnlich mit zunehmender Inflation, was sie zu einem wichtigen Schutz gegen steigende Preise macht, indem sie potenziell die Kaufkraft des Investorenkapitals schützen.

Rohstoffe sind auch mit Blick auf die Diversifizierung wertvoll. Anleihen sind nur äußerst geringfügig mit den Aktienmärkten verbunden, was sie zu einem effektiven Werkzeug zur Anlagendiversifizierung macht. Rohstoffe bieten eine sogar noch darüber hinausgehende Diversifizierung, da sie historisch gesehen sowohl zu Aktien, als auch zu Anleihen negativ korreliert waren.

Rohstoffe wie zum Beispiel Gold werden in Zeiten geopolitischer Unsicherheit auch oftmals als sichere Häfen betrachtet.

SPDR Gold Shares

State Street Global Advisors legte im November 2004 den ersten Gold-ETF auf, genannt SPDR Gold Shares (NYSE:GLD).

Der Fonds war darauf ausgelegt, den Tagespreis von Goldbarren zu verfolgen. Jede Aktie steht für die Eignerschaft einer Zehntelunze des vom Fonds gehaltenen Golds.

Der SPDR Gold Shares ist physisch abgesichert, was heißt, dass die ausgegebenen Anteile den tatsächlich im Besitz befindlichen Edelmetall entsprechen. Das Gold wird einem HSBC-Tresor in London verwahrt.

Wenn der Goldpreis steigt oder fällt, bewedt sich auch GLD nach oben oder unten. Zentrale Einflussfaktoren für die Bewegungen der Goldpreise sind unter anderem Angebots- und Nachfrageniveau, der Wert des US-Dollar sowie Zentralbankpolitik.

iShares Silver Trust

Der zweitgrößte lediglich einen Rohstoff abdeckende ETF ist der iShares Silver trust (NYSE:SLV). Aufgelegt im Jahr 2006 und verwaltet von BlackRock, dient der iShares Silver Trust zur Verfolgung des Tagespreises von Silber.

Im Unterschied zu Gold hat Silber viele industrielle Einsatzmöglichkeiten und sein Preis ist aufgrund des kleineren Marktes volatiler.

Ähnlich wie beim GLD steht ein Anteil von SLV für den Besitz von knapp einer Unze Silber. Haupteinflussfaktoren für den Preis von Silber sind Nachfrage seitens Konsumenten und Industrie, der Goldpreis und der Wert des US-Dollars.

United States Oil Fund LP

Das mitunter auch als 'Schwarzes Gold' bezeichnete Rohöl ist ein weiterer der wichtigsten und am aufmerksamsten verfolgten Rohstoffe der Welt.

Der 2006 aufgelegte Fonds verfolgt den Preis leichter, süßer Rohöl-Futures, die an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) gehandelt werden, welche von der CME Group betrieben wird.

In vielen Fällen, so auch beim United States Oil Fund, investieren ETFs aufgrund des hohen Niveaus verfügbarer Liquidität im Markt für Futures.

NYMEX leichte, süße Rohöl-Futures sind die liquideste Messlatte für flüssiges Rohöl und das weltweit am aktivsten gehandelte Energieprodukt.

Zu den Einflussfaktoren beim Rohölpreis gehören Angebot im Sinne von Förderung, dem Niveau der Ölreserven, Nachfrageniveau und geopolitische Nachrichten. Steigende Förder- und Reservemengen drücken den Rohölpreis in der Regel nach unten, während sinkende Mengen den Rohölpreis nach oben treiben. Geopolitische Nachrichten und Ereignisse, vor allem im Mittleren Osten, können den Ölpreis beeinflussen. Eine befürchtete Gefährdung der Fördermengen wird den Ölpreis nach oben drücken.

United States Natural Gas Fund LP

Der 2007 aufgelegte United States Natural Gas Fund (NYSE:UNG) ist ein weiterer der wichtigsten ETFs im Energiesektor. Der Fonds basiert auf NYMEX-Erdgas-Futures, dem liquidesten Erdgaskontrakt.

Zu Faktoren die den Erdgaspreis beeinflussen gehören Förderniveaus, Importe, unterirdische Vorratsbestände, Wetterphasen und Mineralölpreise. Ähnlich wie beim Rohöl werden Anstiege bei Förderniveau und Lagerbeständen in der Regel den Preis für Erdgas nach unten drücken und entgegengesetzt für sinkende Mengen. Das Wetter und Mineralölpreise wirken sich auf die Nachfrage aus. Mineralöl wird in einigen Fällen als möglicher Ersatz für Erdgas gehandelt.

Powershares DB Commodity Index Tracking Fund

Der im Jahr 2006 aufgelegte Powershares DB Commodity Tracking Fund (NYSE:DBC) gibt den Anlegern die Möglichkeit, in einen ganzen Korb an Rohstoffen zu investieren.

Der Fonds folgt dem DBIQ Optimum Yield Diversified Commodity Index, bestehend aus Futures-Kontrakten über 14 der liquidesten physischen Rohstoffen der Welt und Energie, Landwirtschaft und Metalle abdeckend. Zu den in diesem Index enthaltenen Rohstoffen gehören leichtes süßes Rohöl (WTI), Heizöl, RBOB-Benzin, Erdgas, Rohöl der Sorte Brent, Gold, Silber, Aluminium, Zink, COPPER CORN, Weizen, Sojabohnen sowie Zucker.

Die größten Einflussfaktoren für Rohstoffpreise als Ganzes sind Angebot und Nachfrage, Lagerbestände, Wechselkurse sowie Inflationsraten.

Fazit

Die schnelle Ausbreitung des ETF-Universums ist lebhafter Zeuge ihrer Beliebtheit unter Anlegern und ihrer Effektivität bei der Ermöglichung weitgefächerter Allokation von Vermögenswerten. ETFs stellen für Groß- wie Kleininvestoren ein vielseitiges und kosteneffizientes Vehikel zur Portfolio-Diversifizierung dar. Wichtig ist auch, dass im Gegensatz zu Investmentfonds das hohe Maß an Transparenz bei ETFs die Anleger stärkt, indem diese ein besseres Verständnis dafür entwickeln können, in was genau sie eigentlich investieren.

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