Individuen und Institutionen können Anleihen auf vielfältige Arten nutzen: von den Grundsätzlichsten wie Kapitalerhaltung und Sparen oder Maximierung des Einkommens bis hin zu fortgeschrittereneren Nutzungen wie dem Managen von Zinssatzrisiken und der Diversifizerung eines Portfolios. Die Leute nehmen Bonds manchmal als öde oder altbacken wahr und verbinden sie mit Geschenken ihrer Großmutter.

Bonds können auch ein nachträglicher Einfall sein, vor allem im Fall von Ereignissen, die eine Flucht in vermeintlich sichere Häfen auslösen, wenn Investoren sich auf die sichersten Anleihen stürzen die sie finden können, um finanzielle Unwetter zu überstehen. Tatsächlich sind Bonds weitaus vielseitiger und komplexer, als sie zunächst scheinen und bieten Anlegern in jedem denkbaren Investitionsumfeld eine Reihe von Optionen. Es folgen die sechs besten Arten, wie man Anleihen für sich arbeiten lassen kann.

1. Kapitalerhaltung

Eine der am weitesten verbreiteten Nutzungsarten für Anleihen ist die Kapitalerhaltung. Während dieser Ansatz am besten mit vermeintlich risikofreien Staatsanleihen wie kurzfristigen Schuldscheinen der US-Notenbank funktioniert, können Anleger ihn auch bei anderen Arten von Bonds anwenden. Bei jedem denkbaren katastrophalen Ereignis sind Anleihen ein effektiver Weg der Kapitalerhaltung. Da Anleihen letztendlich Darlehen mit terminierter Rückzahlung und Laufzeit sind, können Geldgeber (Anleiheneigner) von ihren Bonds erwarten, dass diese bei ihrer Fälligkeit den Nennwert erhalten haben. (Dies ist die vereinfachte Version des Lebens einer Anleihe: tatsächlich kann es beträchtliche Schwankungen geben, da herrschende Zinsraten den Wert einer Anleihe beeinflussen und verändern können.) Ein zum Nennwert erworbener und bis zur Fälligkeit gehaltener Bond sollte das Kapital erhalten, bei Fälligkeit den Nennwert erbringen und einen verlässlichen Kapitalfluss gewährleisten.

2. Sparen

Für die Zukunft anzusparen war schon immer eine der besten Nutzungsarten von Anleihen. Sparbriefe, wie sie treffend bezeichnet werden, bieten eine der sichersten und bewährtesten Möglichkeiten langfristigen Sparens. Sie werden von der US-Regierung mit ihrer vollen Glaubwürdigkeit garantiert und in verschiedensten Formaten angeboten, darunter vergünstigte und verzinste Formate. Sparbriefe sind darauf ausgelegt, bis zu ihrer Fälligkeit gehalten zu werden und werden in der Regel an junge Anleger verschenkt, um sie in die Welt des Sparens einzuführen.

3. Zinsrisikomanagement

Zinsrisiko ist das allen Anleihen eigene Risiko, dass der Preis des Bonds mit den herrschenden Zinssätzen schwanken könnte. Dieses Risiko existiert, weil die Wertbestimmung einer Anleihe sich aus dem gegenwärtigen Wert zukünftiger Zinszahlungen und dem zurückerstatteten Kapital bei Fälligkeit zusammensetzt. Aufgrund dieser Bewertung gibt es eine inverses Verhältnis zwischen dem aktuellen Preis der Anleihe und den herrschenden Zinssätzen. Wenn zum Beispiel bei ansonsten stabilen Bedingungen die Zinssätze steigen, sollte der Preis der Anleihe fallen. Dies ist ein stark vereinfachtes Beispiel für das Verhältnis zwischen Zinssätzen und Anleihenpreisen und gilt vor allem für die Bond höchster Qualität. Über Zinssätze hinaus können andere Faktoren den Wert eines Bonds beeinflussen, darunter Kredit, Liquidität und Laufzeit.

4. Diversifizierung

Diversifizierung ist die am meisten unterschätzte Nutzungsform von Anleihen. Die generell niedrige Korrelation zwischen Anleihen und anderen Anlageklassen machen Bonds zu einer hervorragenden Möglichkeit der Diversifizierung. Man könnte zum Beispiel ein einfaches Portfolio aus Aktien mit großer Marktkapitalisierung und US-Staatsanleihen anlegen, bei dem die gegenseitige Korrelation in der Regel unter Eins liegt. Während es schwierig ist, zwei Anlagemöglichkeiten zu finden die perfekt negativ korrelieren, kann eine Diversifizierung zwischen Anleihen und Aktien dabei helfen, Marktschwankungen besser aufzufangen, vor allem während der Flucht in sichere Häfen. Sie mögen vielleicht nicht sexy sein, doch Bonds haben definitiv ihren Platz in jedem gut ausbalancierten Portfolio.

5. Kapitalbedarfssicherung / Immunisierung

Individuen nutzen Anleihen in der Regel, um auf zukünftig erwarteten Kapitalbedarf vorbereitet zu sein. Auch Institutionen nutzen diese Strategie auf komplexere Weise, die als 'Immunisierung' bezeichnet wird. Diese Konzept geht von einer Kongruenz der Laufzeit einer Anleihe und des erwarteten Kapitalflusses aus, was leicht durch die Nutzung eines Null-Coupon-Bonds erreicht werden kann, bei dem die Fälligkeit mit der Laufzeit der Anleihe einhergeht. Während dies zwar keinerlei Einkommen über die Dauer der Anleihe hinaus einbringt, kann so direkte Kongruenz hergestellt werden.

6. Langzeitplanung

Einer der Vorteile von Anleihen gegenüber anderen Anlageklassen ist, dass diese einen verlässlichen Einkommensfluss haben, welcher zur Finanzierung zukünftiger Ausgaben bei Individuen und Pensionsverpflichtungen für Institutionen eingesetzt werden kann. Dies ist einer der Gründe, warum Finanzinstitute wie Banken und Versicherungsgesellschaften langfristige Anleihen für ihre Langzeitplanung nutzen. Anleihen befähigen sie, ihre Vermögenswerte und Verpflichtungen (allgemein bekannt als Vermögens-/Verpflichtungsausgleich) mit einem weitaus höhen Maße an Verlässlichkeit auszugleichen als bei anderen Anlagemöglichkeiten.

Risiken

Selbstverständlich funktioniert keine dieser Strategien, wenn die Coupon-Ausschüttungen der Anleihen oder die Kapitalrückerstattung fraglich werden. Anleihen jeder Qualität beinhalten grundsätzliche Risiken wie Kredit-, Ausfall oder Zinssatzrisiko. Das Kredit- und Ausfallrisiko kann minimiert werden, indem man ausschließlich investitionswürdige oder US-Staatsanleihen erwirbt. Man darf nicht vergessen, dass selbst investitionswürdige Anleihen schnell unterhalb dieses Standards sinken können. Zinssatz-Risiken können darüber hinaus minimiert werden, indem man den Bond bis zur Fälligkeit hält, da in diesem Fall der Nennwert erstattet wird. Man sollte jedoch nicht annehmen, man könne im Anleihenmarkt kein Geld verlieren - das kann man durchaus.

Schlussfolgerung

Individuen und Institutionen können Anleihen für Langzeitplanung, Kapitalerhaltung, Sparen, Einkommensmaximierung, Managen von Zinssatzrisiken und Diversifizierung des Portfolios nutzen. Bonds bieten einen verlässlichen Fluss von Coupon-Einkommen und ihres vollen Nennwertes, wenn sie bis zur Fälligkeit gehalten werden. Vielleicht könnte ein fades Portfolio einen Schub durch diese 'öden' Anlagen erhalten...?

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