Die Anleihen oder Bonds haben eine Reihe von Eigenschaften derer man sich bewusst sein sollte. All diese Faktoren spielen eine Rolle bei der Einschätzung des Wertes einer Anleihe und des Ausmaßes, in welchem diese in ein Portfolio passt.

Versicherungswert / Nennwert

Der Versicherungswert (auch bekannt als Nennwert oder Kapitaleinlage) ist die Geldsumme, die ein Anleger bei Fälligkeit der Anleihe erhält. Ein neu ausgegebener Bond wird in der Regel mit dem Nennwert gehandelt. Unternehmensanleihen haben normalerweise einen Nennwert von 1.000 $. Diese Summe kann bei Staatsanleihen allerdings beträchtlich höher liegen.

Was viele Leute verwirrt ist, dass der Nennwert nicht der Preis der Anleihe ist. Der Preis eines Bonds schwankt während dessen Lebensspanne als Reaktion auf eine Reihe von Variablen (später mehr dazu). Wenn eine Anleihe bei einem über ihrem Nennwert liegenden Preis gehandelt wird, bezeichnet man dies als 'Premium'. Wird ein Bond unter Nennwert gehandelt, wird dies als ermäßigter Verkauf gewertet.

Coupon (Der Zinssatz)

Der Coupon ist der Betrag, den der Anleihegläubiger als Zinszahlungen erhält. Er wird als "Coupon" bezeichnet, weil manchmal tatsächlich physische Coupons an den Anleihen sind, die man abreißen und gegen Zinsen einlösen kann. Das war allerdings eher in der Vergangenheit üblich. Heutzutage werden solche Geschäfte in der Regel elektronisch registriert.

Wie bereits erwähnt werfen die meisten Anleihen alle sechs Monate Zinsen ab, sie können dies aber auch monatlich, quartalsmäßig oder jährlich tun. Der Coupon wird als Prozentsatz des Nennwerts ausgedrückt. Wenn ein Bond bei einem Nennwert von 1.000 Dollar einen Coupon von 10% zahlt, wird dieser jährlich Zinsen in Höhe von 100 Dollar abwerfen. Ein Satz, der wie in diesem Fall als feste Prozentzahl des Nennwerts verbleibt, ist eine festverzinsliche Anleihe. Eine weitere Möglichkeit ist ein flexibler Zinssatz, bekannt als variabel verzinsliche Anleihe. In diesem Fall ist der Zinssatz durch einen Index an Marktsätze gebunden, wie zum Beispiel den Zinssatz für Schatzwechsel der Notenbank.

Man könnte meinen, Investoren zahlen mehr für einen hohen Coupon als für einen niedrigen Coupon. Bei gleichen Voraussetzungen bedeutet ein niedriger Coupon, dass der Preis der Anleihe stärker fluktuieren wird.

Laufzeit

Das Fälligkeitsdatum ist der Zeitpunkt in der Zukunft, an welchem die Einlage des Anlegers zurückgezahlt wird. Laufzeiten können sich von lediglich einem Tag bis zu ganzen 30 Jahren erstrecken (obwohl sogar schon Laufzeiten von 100 Jahren ausgegeben worden sind).

Eine Anleihe die in einem Jahr fällig wird ist weitaus besser einschätzbar und damit weniger riskant, als eine Anleihe mit Laufzeit von 20 Jahren. Deshalb gilt in der Regel, je länger die Zeit bis zur Fälligkeit, desto höher der Zinssatz. Bei gleichen Voraussetzungen wird ein langfristiger Bond stärker fluktuieren als eine kurzfristige Anleihe.

Herausgeber

Der Herausgeber einer Anleihe ist ein entscheidender Faktor, weil die Stabilität desselben die hauptsächliche Sicherheit ist, dass man sein Ged zurückbekommt. Die US-Regierung ist beispielsweise weitaus sicherer als jeder beliebige Konzern. Ihr Ausfallrisiko (die Wahrscheinlichkeit, dass die Schulden nicht zurückgezahlt werden) ist außerordentlich gering - so gering, dass US-Staatsanleihen als risikofreie Anlagen betrachtet werden. Der Grund dafür ist, dass eine Regierung immer in der Lage sein wird, über Steuern zukünftige Einkünfte zu erzielen. Ein Unternehmen allerdings muss weiterhin Gewinne erwirtschaften, was keineswegs garantiert ist. Dieses zusätzliche Risiko hat zur Folge, dass Unternehmensanleihen einen höheren Zinssatz bieten müssen, um Investoren anzulocken - das ist das Risiko-Nutzen-Geschäft in Aktion.

Das Bewertungssystem für Anleihen hilft Anlegern bei der Einschätzung des Kreditrisikos eines Unternehmens. Man kann sich die Anleihenbewertung als Zeugnis für die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens vorstellen. Erfolgreiche Unternehmen, welche risikoärmere Analgen sind, haben eine hohe Bewertung, während riskante Unternehmen eine niedrige Bewertung haben. Die Grafik unten illustriert die unterschiedlichen Ranglisten zur Anleihenbewertung der großen Ratingangenturen in den USA: Moody's, Standard and Poor's und Fitch Ratings.

Man sollte wissen, dass wenn ein Unternehmen unter eine bestimmte Bewertung fällt, dessen Status von Investmentqualität auf Ramschniveau sinkt. Die Bezeichnung Ramschbonds ist treffend gewählt: diese sind die Schulden von Unternehmen in irgendeiner Form von finanziellen Schwierigkeiten. Weil diese so riskant sind, müssen sie weit höhere mögliche Erträge in Aussicht stellen, als jede andere Schuldverschreibung. Das führt zu einem wichtigen Punkt: nicht alle Anleihen sind grundsätzlich sicherer als Aktien. Manche Arten von Anleihen können genauso riskant, wenn nicht sogar riskanter sein, als Aktien.

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